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Zwischen Wolchenberg und dem Teichgebiet der Wolche

Wanderzeit: 3 Stunden
Tourenlänge: 11 km
Hinweise: Achtung! Teile der Wegstrecke ca. 500 m vom Arnstal zur Gelben Tafel stark verwachsen, Weg nur schwer erkennbar! Bei hohem Schnee nicht begehbar.
Ausgangspunkt: Leubsdorf (südwestlich von Triptis) Parkplatz in der Ortsmitte


Wir verlassen Leubsdorf in Richtung Lemnitz, zu dem es eingemeindet ist. Der Name des Ortes - 1378 Lubinsdorf - wird von dem slawischen Personennamen ljuby "lieb" abgeleitet (H. Rosenkranz). Gleich hinter dem Ortsende ergibt sich für uns eine weite Sicht. In der flachen Mulde der Orla liegt östlich der A 9 das Städtchen Triptis mit dem Rest des ehemaligen Wasserschlosses, dem 25 m hohen Bergfried.

 

Das Tal wird im Norden begrenzt durch den bewaldeten Höhenzug des Buntsandsteingebietes. Auf der wenig befahrenen Ortsverbindungsstraße führt unsere Wanderung vorüber an ausgedehnten landwirtschaftlichen Anlagen. Links am Hang beginnt das zusammenhängende Waldgebiet um den Wolchenberg (507 m).

 

Vor dem Ortseingang von Lemnitz blicken wir hinab in das Orlatal mit den im fruchtbarsten Teil liegenden Ortschaften Dreitzsch, Kopitzsch und Miesitz (links). Vorbei an dem Schlösschen (rechts) und der Kirche mit dem niedrigen, gedrungenen Turm, gelangen wir, weiter allmählich ansteigend, an das südliche Ortsende. Hier beginnt der Lemnitzer Hain, ein Waldgebiet mit einem stillen Talgrund, in dem ein Bächlein zu einer Anzahl winziger Teiche terrassenartig angestaut wurde. Zunehmend geht der Laubwald in Mischwald über. Wir bleiben stets auf dem schmalen Talweg und kommen an den Rand des weiträumigen Fichtenbestandes, wo wir uns nach rechts wenden.

 

In einem romantischen stillen Grund, der von mächtigen Eichen und Buchen sowie schlanken Douglasien eingesäumt wird, schreiten wir bergauf. Achtung - hier befindet sich der Wanderweg teilweise in einem sehr schlecht gepflegten Zustand, er ist stark verwachsen. Betrifft eine Strecke von ca. 500 m. Das sanfte Rauschen der Baumwipfel und das leise Murmeln eines Bächleins stimmt uns heiter und froh.


Wir denken an Goethes Worte: "Dem Aufmerksamen ist die Natur nirgends tot noch stumm". Die "Kleinigkeiten" am Wegrand zu erkennen, sich an den Bäumchen oder dem Klopfen des Spechtes erfreuen zu können - das erst macht den echten Natur- und Wanderfreund aus. Nicht die Summe der "heruntergewanderten" Kilometer ist entscheidend! Schon von weiten erkennen wir die Schutzhütte am Wegrand mit dem Namen "Gelbe Tafel" am Wegekreuz "Vierarm".

 

Hier können wir eine Wanderpause einlegen. Etwa 30 m neben der Hütte sind an einer Fichte Markierungen angebracht. Wir folgen dem roten Punkt (Richtung Köthnitz), durchqueren eine Schonung, die rechts des Weges aus einem naturnahen Mischwald, gegenüber aus Fichten besteht. Der nächste Abschnitt führt durch mittleren Fichtenbestand. Schon an der folgenden Kreuzung biegen wir nach links vom markierten Wanderweg ab. Wir gehen einige hundert Meter in niedrigem Lärchenwald bis zu einem weiteren Wegekreuz, in dessen Mitte eine gut gewachsene Kastanie steht.


Geradeaus gelangt man zum Wolchenberg, der höchsten Erhebung dieses Waldgebietes. Sein vollständig bewaldeter flacher Rücken bietet aber keinerlei Sichtmöglichkeiten. Wir wählen nun den abschüssigen Waldweg und laufen danach an der rechten Begrenzung einer eingezäunten Schonung weiter. Der Weg am Rand des Hochwaldes ist durch die schwere Forsttechnik stark zerfurcht, so dass wir hin und wieder in den Wald ausweichen müssen. Vor uns lichtet sich der Wald etwas. Wir schauen auf das breite Tal des Flüsschens Auma, welches diagonal von der Bundesautobahn 9, eine der verkehrsreichsten in Deutschland, durchzogen wird. Am Gegenhang erblicken wir das Dorf Moßbach unmittelbar an der Autobahn. Wenige Kilometer südwestlich des Ortes beginnt die reizvolle Landschaft der Plothener Teiche, in der etwa 40 % der gesamten Teichfläche Thüringens vereint sind. Auf einem Rasenweg setzen wir unsere Wanderung fort und kommen bald zu einem befestigten Forstweg. Wir überschreiten diesen und wenden uns hinter einer Gruppe herrlicher Buchen nach links. Auf einem rasenbewachsenen Pfad gehen wir ca. 200 m bis wir rechter Hand einen kleinen Teich erblicken. Zunächst laufen wir über den kleinen Teichdamm und benutzen danach den schmalen Steg, der sich zwischen mittlerem und niedrigen Fichtenwald dahinschlängelt. Die weite Fläche eines stattlichen Teiches taucht nun vor uns auf (Bild). Der hier beginnende Weg geleitet uns über den Damm des Teiches, der zum größten Teil von Fichtenwäldern umgeben ist. Naturerlebnis und pulsierendes Leben liegen hier eng beieinander, denn der Verkehrslärm der nahen Autobahn dringt ab und zu an unser Ohr. Wir werfen noch einen Blick auf die glitzernde Wasserfläche des Waldteiches und gehen dann zur Fahrstraße Köthnitz-Wüstenwetzdorf. Nach wenigen Minuten führt eine Brücke über die Autobahn. Einige Zeit betrachten wir den unter uns dahinfließenden Verkehr. Verkehrswege sind Schlagadern der Wirtschaft. Es kommt in unserer Zeit wohl darauf an, vertretbare Kompromisse zwischen wirtschaftlichen Erfordernissen und dem Schutz unserer Umwelt zu finden. Die schmale Straße windet sich durch das reizvolle Teichgebiet der Wolche.

 

Wie die Sage berichtet, lag unweit von Wüstenwetzdorf vor dem Dreißigjährigen Krieg ein Gut, welches Wolche hieß. Der harte und gegenüber Notleidenden unbarmherzige Verwalter wurde von einem Weib, das für sein Kind um etwas zu essen bat, aber grob abgewiesen wurde, verflucht. Als kopfloses Gespenst, den Kopf unter dem Arm tragend, muss er zur Strafe umherirren.

 

Eine Anzahl riesiger Teiche, terrassenförmig angelegt und eingebettet in dunkle Fichtenwälder, prägen das Landschaftsbild. Einzelne Lärchen und Birken säumen unseren Weg. Hinter dem letzten Teich links der Straße biegen wir in einen Waldweg ein, durchwandern einen Streifen Fichtenbestand und gelangen in wenigen Minuten wieder auf die Straße. Ihr folgen wir, bis eine leichte Anhöhe erreicht ist. Hier wollen wir uns umschauen und den sehenswerten Weitblick genießen. Nach Osten hin können wir eine ganze Reihe von Städten und Dörfern ausmachen, so von links Auma (im Tal), Muntscha, Zeulenroda und Langenwetzendorf. Im Südwesen erblicken wir rechts der Autobahn, weithin sichtbar, das Dorf Moßbach, während auf dem Bergrücken in westlicher Richtung Kleina (rechts) sowie Linda mit seiner Knapp-Windmühle (Besuch sehr zu empfehlen) grüßen. Vor uns leicht abfallend, reicht die Feldflur bis an die großflächigen Teiche, die im Sonnenlicht silbern glänzen.

 

Unser Wanderweg zielt nun auf den Waldrand. Wenig später wird die Autobahn wieder überquert.

 

Der Weg führt uns geradeaus durch junge Pflanzungen, während der Lärm der "Brummis" allmählich abklingt. An der zweiten Wegekreuzung, kurz vor dem Hochwald, halten wir uns rechts. Am Wegrand stehen zahlreiche kleine Laubbäume, die unserem Wald in Zukunft wieder eine naturnahe Zusammensetzung geben sollen. Eine Wildfütterung erinnert uns in dieser winterlichen Zeit an die Worte des Natur- und Heimatdichters Hermann Löns: "Der Winter ist ein harter Mann" (... für das Wild). Nach kurzer Zeit geben die Bäume den Blick frei auf die stark frequentierte Autobahn.


Im Dunst des Wintertages erkennen wir die landwirtschaftlichen Anlagen von Mittelpöllnitz. Nach einer Linkskurve erscheint im Tal Triptis, und weit am Horizont beginnt das Holzland, früher Altenburger Holzland, da es zum Herzogtum Sachsen-Altenburg gehörte.


Wir erreichen Leubsdorf am östlichen Ortsrand. Die hohlwegartige Straße bringt uns hinab in den Ort, der einige sehenswerte Neubauten und Fachwerkhäuser aufzuweisen hat. Das Dorfensemble wird aufgelockert durch Baumgruppen aus Eschen, Zitterpappeln und Birken. Hinter dem Parkplatz, unserem Ausgangspunkt, haben die Einwohner mit viel Liebe eine kleine Parkanlage geschaffen.

Dieter Kögler
Plauensche Straße 146
07907 Oberböhmsdorf

 
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