Zur Entstehung des Ortes Triptis gibt es wenige Anhaltspunkte.
Der Ort soll im Schutze von drei Burgen (Mörla, Triptis und Ronnenstein) entstanden sein.
Von der ehemaligen Triptiser Burg, oder besser Triptiser Schloss genannt, kündet noch heute
der fast 1000 Jahre alte Schlossturm.
Ganz in der Nähe dieses Turmes befindet sich der Stadtkern von Triptis. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt
von 1212. Große Teile dieses Stadtkernes wurde im Laufe der Jahrhunderte durch große Stadtbrände
(z. B. 1540, 1725, 1775) vernichtet. Auch Kriege brachten der Stadt durch Plünderung und Zerstörung große Not,
so dass nur wenig historische Bausubstanz erhalten blieb
(z. B. der Friedhofseingang an der St.-Ulrich-Kirche).
Triptis war von alters her ein Ackerbürgerstädtchen, d. h. die Bewohner lebten neben der Ausübung ihres Berufes
ganz oder teilweise von ihrem landwirtschaftlichen Besitz. Erst mit einer besseren Verkehrsanbindung,
wie z. B. dem Bau der Staatsstraße von Neustadt nach Triptis bis hin nach Mittelpöllnitz (1821 - 1826),
dem Bau der Eisenbahnlinie von Triptis nach Ziegenrück (1890 - 1894) und später weiter bis Marxgrün,
wurden die Voraussetzungen für Industrie- und Gewerbeansiedlungen geschaffen.
So erfolgte am 1. April 1891 die Grundsteinlegung der Triptiser Porzellanfabrik.
Später folgten eine Maschinen- und Werkzeugfabrik und eine Teppichfabrik. Weitere
Industrieansiedlungen vollzogen sich, wozu nicht unwesentlich der Bau der Autobahn A 9 (1934 - 1936) beigetragen hat.
Der II. Weltkrieg brachte der Stadt wieder große Not. Durch Bombenangriffe wurde der Eisenbahnknotenpunkt Triptis mit all
seinen Anlagen völlig zerstört, Industriebetriebe wurden erheblich beschädigt, auch das erst 90-jährige
Rathaus fiel einem Bombenangriff zum Opfer.
Nach Kriegsende wurden die ehemaligen privaten Industriebetriebe in Triptis enteignet und es entstanden
die Volkseigenen Betriebe, speziell der keramischen und der metallverarbeitenden Industrie. Das Porzellanwerk
Triptis war vor dem Krieg und nach dem Krieg bis zur Wende größter Arbeitgeber am Ort und viele Einpendler
aus der Umgebung waren in diesem Betrieb tätig. Der Betrieb hatte bis zu 1.000 Beschäftigte, davon waren 80
Prozent Frauen. Im Zeitraum 1959 bis 1961 wurde hier ein neues Porzellanwerk gebaut, das im Jahre 1962
in Betrieb genommen wurde. In diesem Werk wird noch heute wertvolles Gebrauchsporzellan hergestellt.
Im Jahre 1950 erfolgte die Eingemeindung der Gemeinden Oberpöllnitz und Döblitz, 1956 wurde die Gemeinde Hasla und
1965 die Gemeinden Schönborn und Ottmannsdorf eingemeindet.
Die Kreiszugehörigkeit der Stadt Triptis wechselte im letzten Jahrhundert des Öfteren. Zunächst gehörte Triptis zum
sächsischen Neustädter Kreis, dann kam die Stadt 1922 zum Thüringer Landkreis Gera. Bei der Gebietsreform 1952 wurde
Triptis dem neu gebildeten Landkreis Pößneck zugeordnet und seit 1994 gehört die Stadt zum Saale-Orla-Kreis. Kreisstadt
ist die Stadt Schleiz.
1995 konnte das am alten Standort neu errichtete Rathaus seiner Bestimmung übergeben werden. 1997 wurde das Heimatmuseum
"Haus Schwandke"
eingeweiht, in dem die Ortsgeschichte umfassend dargestellt wird. Jährlich finden mehrere Sonderausstellungen
zu aktuellen Themen statt. In den letzten Jahren wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus gebaut, der Marktplatz neu gestaltet
und Straßen, Wege und Gassen grundhaft erneuert. Das seit über 70 Jahren bestehende Freibad wurde schrittweise saniert.
Neue Wohnbaugebiete wurden erschlossen, Bauplätze für die Errichtung von Eigenheimen stehen zur Verfügung. Einkaufsmöglichkeiten
für den täglichen Bedarf sind vorhanden.
Auf dem Gebiet des Fahrzeugbaues gab es zwei wichtige Zulieferer, sowohl für den LKW-Fahrzeugbau, als auch für Fahrzeuge
der Landtechnik und für Sonderfahrzeuge. In den 80er Jahren wurde auch die Produktion von Trabantlenkungen in das Werk
Triptis verlagert.
Ein weiterer wichtiger Industriezweig war der Maschinenbau, insbesondere der Werkzeugbau für die plastverarbeitenden
Industrie, außerdem wurde ein großes Kühllagerhaus und ein Gefrierkonservenbetrieb angesiedelt.
Mit der Einheit Deutschlands erfolgte die Privatisierung aller volkseigenen Betriebe des Territoriums.
Bis auf wenige wie, z. B. den Gefrierkonservenbetrieb, der Molkerei und dem Hersteller von Brennhilfsmitteln
für die keramische Industrie, werden alle anderen Betriebe stabil weiter geführt. Triptiser Porzellan ist nicht nur in
Deutschland, sondern auch in Europa und Übersee ein begehrtes Erzeugnis. Die Betriebe des ehemaligen Fahrzeugbaues
der DDR sind jetzt Zulieferer für verschiedene PKW-Typen der Automobilbranche der Bundesrepublik und ein
Unternehmen hat sich als Spezialbetrieb für die Herstellung von Anhängern und Tiefladern entwickelt.
Der Werkzeugbau wird kontinuierlich fortgesetzt. Weitere Handwerks- und Gewerbeunternehmen entwickeln sich kontinuierlich.
Im April 1991 wurde mit der Erschließung eines neuen Industrie- und Gewerbegebietes in einer Größe von über 70 Hektar begonnen.
Gleichzeitig begann am 10.04.1991 der Bau des Unternehmens WERU AG, einer der größten Fensterproduzenten Deutschlands, der
am 15.10.1991 die Produktion an dem neuen Standort Triptis aufgenommen hat. Durch die rasche Ansiedlung dieses Unternehmens
und der kurzfristigen Erschließung des Gewerbegebietes sind weitere wichtige Betriebsstätten im Gewerbegebiet
angesiedelt worden. Das Unternehmen REHAU AG ist Produzent von Fensterprofilen und ein bedeutender Hersteller
von Fußbodenheizungsteilen. Mit dem Bau eines eigenen Logistikzentrums wurde die Entwicklung dieses Unternehmens
kontinuierlich fortgesetzt.
Außerdem siedelten sich im Industrie- und Gewerbegebiet folgende Firmen an: ein Fleischverarbeitungsbetrieb,
ein Großhandelsbetrieb für Haushaltswaren und ein Großhandelsunternehmen für Kühlprodukte. Weiterhin finden
Sie im Gewerbegebiet Triptis drei Autohäuser, ein Betrieb zur Wartung von Luft-Technik, eine Fertigungsstätte
Optiken und optische Systeme aus Kunststoff, ein Großhändler für landwirtschaftliche Maschinen, einen Großhändler
für Fleischereibedarf, ein Unternehmen zur ökologischen Verwertung von Altreifen, ein Bitumenmischwerk sowie weitere
Betriebe der Baubranche, des Transportwesens und des Handels.
Seit dem Jahr 2003 entsteht mit dem Industrie- und Gewerbegebiet "Triptis-Nord" ein weiterer neuer Standort
für Industrie- und Gewerbe in unmittelbarer Autobahnnähe, auf dem sich die Unternehmen Fliegl Trailer
GmbH und JENOPTIK Polymer Systems GmbH bereits angesiedelt haben.
Mit den in Triptis geschaffenen neuen Industrie- und Gewerbegebieten wurden bisher über 1.000 Dauerarbeitsplätze
geschaffen, wodurch die Arbeitsmarktsituation, speziell im Ostthüringer Raum, spürbar verbessert werden konnte.
Schwerpunkte der Kommunalpolitik in den nächsten Jahren sind u. a. die kontinuierliche Verbesserung der Infrastruktur,
weitere Ansiedlungen von Firmen und Unternehmen, Verbesserung der Wohn- und Lebensbedingungen für die Einwohner der
Stadt und deren Ortsteile, die Sanierung der Altstadt und eine angemessene Förderung der ortsansässigen Vereine und Verbände.
Die ca. 370 Meter über dem Meeresspiegel an der Quelle der Orla gelegene Stadt Triptis pflegt partnerschaftliche
Beziehungen zu den Städten Zell/Mosel (Rheinland-Pfalz, Blovice (Tschechische Republik) und Quessy (Frankreich).
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